Erfolgsfaktor Termin- und Fertigungssteuerung

Fenster- und Fassadenbauer klagen nicht selten über die Schwierigkeit der Einhaltung von Terminen. Sicher, die Kundenwünsche bzw. Fertigstellungstermine als auch Planungsänderungen, Bauverzögerungen, Nachträge etc. sind zuweilen echte Herausforderungen, aber sind die eigenen Möglichkeiten zur Verbesserung der Terminsituation wirklich schon ausgeschöpft?

Um sich mit Verbesserungspotentialen beschäftigen zu können, sollte man zunächst die Ursachen von Verspätungen analysieren:

  • verspätete oder unvollständige technische Ausarbeitung / Arbeitsvorbereitung
  • unvollständige Materialbereitstellung zum geplanten Produktionsbeginn
  • keine fertigungs- und montagegerechte Produktionsreihenfolge bzw. Losgrößen
  • keine vollständige Anlieferung von Elementen, Zubehörteilen, Montage-materialen etc. an die Baustelle

Oftmals entstehen interne Verzögerungen durch einen unvollständigen Informations-fluss bzw. eine nicht ausreichende (und rechtzeitige) Aufarbeitung bzw. Zusammenstellung von Information. Aufträge, bei denen das geschieht, verbrauchen in der Regel erheblich mehr Zeit in Technik, Fertigung und Montage. Dieses Mehr an Zeitverbrauch bei einem Auftrag lässt wiederum andere Aufträge ins Hintertreffen geraten. Häufige „Schnellschüsse“ verstärken diesen Effekt.

Zeichnet sich nun eine Vielzahl von Aufträgen durch einen nicht optimalen Durchlauf ab, entsteht nicht nur ein fortwährender Termindruck, sondern die Ertragssituation wird in der Regel ebenfalls deutlich schlechter.

Um die komplexen Auftragsstrukturen im Fenster- und Fassadenbau und die damit verbundenen Abläufe zu verbessern, ist ein durchgängig strukturiertes und ziel-orientiertes Arbeiten in allen Abteilungen notwendig. Eine gute Organisation und die Definition aller erforderlichen Tätigkeiten ist hierbei der Ausgangspunkt. Für die Durchführung aller Aufgaben ist natürlich der jeweilige Mitarbeiter zuständig und auch verantwortlich, aber unterstützendes und datenverarbeitendes Medium muss selbstverständlich die EDV sein. Sie muss nicht nur die Planungsinstrumente, sondern auch die Vielzahl an aufbereiteter Information bereitstellen, und zwar in möglichst übersichtlicher Form je nach Verwendungszweck und im gesamten Projektablauf:

  • Grobplanung und Abstimmung von Technik, Produktion und Montage
  • Planung und Darstellung von internen Lieferketten (z.B. Bleche, Unterkonstruktionen etc.)
  • Losgrößenbildung und Produktionsfeinplanungen
  • Abbildung aller Bestell- und Liefervorgänge mit „Ampel“-Darstellungen zu Verfügbarkeitsabfragen
  • Freigabe von Fertigungsaufträgen
  • Fertigungsleitstand zur Kontrolle des Produktionsfortschritts

Diese und weitere Detailpunkte sind für einen optimalen Produktionsablauf unerlässlich. Werden sie gewissenhaft durchgeführt, minimiert sich automatisch die Durchlaufzeit. Das oftmals angeführte Argument des Verlustes an Flexibilität läuft hierbei ins Leere, denn das Gegenteil ist der Fall. Insgesamt kürzere Durchlaufzeiten erhöhen nicht nur den Spielraum an Flexibilität, sondern führen auch zu einer insgesamt höheren Produktionskapazität und zu einer Optimierung der Kosten. Von zufriedeneren und motivierteren Mitarbeitern ganz zu schweigen.

Die Skeptiker, die immer noch daran zweifeln, ob der Aufwand hierfür lohnt, mögen sich das Pareto-Prinzip vor Augen führen:

Mit 80 % unserer Zeit erreichen wir lediglich 20 % der Ergebnisse

aber:

Mit 20 % unserer Zeit (insbesondere der planenden Tätigkeiten) erreichen wir 80 % der Ergebnisse.

Vilfredo Pareto (1848-1923)

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