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Karin Deppe, Kubi Unternehmensberatung, zum Thema „Zahlen als Spiegelbild des Betriebes“

Viele Betriebe der Fenster- und Fassadenbranche verfügen über eine mitlaufende Nachkalkulation für Objekte und Aufträge, aber wie sieht es mit einem aussagefähigen Zahlenwerk für das gesamte Unternehmen aus? Hier besteht in vielen Firmen noch Handlungsbedarf. Oftmals ist keine oder nur eine rudimentäre Kostenstellenrechnung (Betriebsabrechnung) vorhanden, die jedoch unabdingbar ist, um die genauen Zuschlag- und Stundensätze für die Vorkalkulation zu ermitteln, um ein Spiegelbild des Betriebes zu erlangen, um Rationalisierungspotentiale zu erkennen bzw. den Erfolg von eingeleiteten Maßnahmen zu überprüfen.

Vorkalkulation
Oftmals wird mit nicht genügend differenzierten Stunden- und Zuschlagsätzen kalkuliert. Hier ist es wichtig, eine kostenverursachungsgerechte Zuordnung zu den Firmenabteilungen wie Technik, Fertigung, Montage, Lager, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung darzustellen, um genaue Werte zu erhalten und um „korrekte“ Preise abgeben zu können. Beispielsweise wird häufig die Technische Bearbeitung nicht separat kalkuliert, obwohl der Aufwand für unterschiedliche Aufträge stark variieren kann.

Kostenstrukturen

Die Kostenstellenrechnung ermöglicht die Darstellung und Analyse von Kostenstrukturen. Dabei sollte im Herbst eines Jahres eine Planrechnung für das kommende Jahr erstellt und quartalsweise die Istkosten dieser gegenübergestellt werden.

Produktivitätskennziffern
Was ist besser? Ein hoher oder ein niedriger Fertigungsstundensatz?

Das ist so natürlich nicht zu beantworten. Erst die Multiplikation mit der benötigten Fertigungszeit ergibt eine korrekte Aussage.

Beispiel für die Kalkulation eines Elementes:
3 Stunden x 50 Euro = 150 Euro
2 Stunden x 60 Euro = 120 Euro

In der Kostenstellenrechnung ist der Divisor zur Ermittlung des Stundensatzes die Produktiven Stunden pro Jahr.  Aber: Je mehr Stunden „verbraucht“ werden, desto niedriger ist der Stundensatz!

Einhergehend mit der Betriebsabrechnung sollte daher die Wertschöpfung in der Produktion untersucht und die nicht produktiven Zeiten (sog. Gemeinkostenstunden) in der Zeiterfassung festgehalten werden.